Jahreszeiten und Feiertage 

Was ist eigentlich eine Hexe?

 

Das Wort "Hexe" stammt vom althochdeutschen Wort "Hagazussa" ab, was soviel bedeutet wie:

"Heckensitzerin" oder "Die auf der Hecke hockt"

Früher, wie zum Teil auch heute noch trennten Hecken ein Grundstück vom anderen. Einst war die Vorstellung verbreitet, daß eine Hecke oder ein Zaun nicht nur Grundstücke trennt, sondern auch diese Welt von der Anderswelt, der Welt der Naturwesen. Die Hagazussa konnten also zwischen diesen Welten agieren.

Man sagt Hexen nach, daß sie gerne auf Trampelpfaden zwischen den Feldern, zwischen Waldrand und Lichtung gehen, oder auch daß sie am liebsten in der Dämmerung unterwegs seien, da dies der größte Zwischenpfad ist.

Was machte eine Hexe aus, was tat sie?

Einst waren Hexen Heilerinnen, Kräuterfrauen, Hebammen, gelehrte Frauen. Sie wurden hoch geachtet und ihre Meinung geschätzt. Sie kannten die Wirkung von Kräutern und konnten mit diesem Wissen den Menschen helfen. Jedes größere Dorf hatte sein "Kräuterweiblein" dessen Meinung hochgeschätzt war. Hebammen waren sehr geachtet, denn sie kannten das Mysterium der Geburt. Ihr Wissen gaben sie über Generationen weiter. Eine "Weise Frau", was das Wort Hexe eigentlich bedeutet, hatte meist eine Schülerin. An diese gab sie all ihr Wissen und ihr "Buch der Schatten" weiter. Im Buch der Schatten schrieben die Hexen Rezepte von Arzneien, und ihre geheimen Zauber auf, die sie im Lauf der Jahre gefunden und weiterentwickelt hatten.

Woher kommt dann der schlechte Ruf?

Die Gesellschaft veränderte sich. Die Wissenschaft wurde immer wichtiger für die Menschen. Frauen waren weniger wert als Männer, Medizin konnte man studieren ... wenn man ein Mann war. Als die ersten Ärzte ausgebildet waren, wurden die Hebammen und Kräuterfrauen zu einer "Gefahr", sie waren Konkurrenz für die Ärzte und studierten Männer. Man schob ihnen den Tod mancher Kinder in die Schuhe, setzte Gerüchte von Teufelsmessen in die Welt. Wenn Hunger oder Krankheit ein Dorf plagten, so machte man die Hexe und ihr düsteres Treiben verantwortlich. Auch die Kirche veränderte sich. Glaubenskriege wurde ausgefochten. Sie sah eine Gefahr in den weisen Frauen. Glaubten jene doch an ihre eigenen Götter, und an das Wirken von Magie. Sie wurden als Ketzerinnen bezeichnet und beschuldigt ein Bündnis mit dem Teufel zu haben. Die Menschen waren in jener Zeit sehr gläubig und die Kirche bot ihnen Schuldige an. Jemanden der verantwortlich war für die Dürre, die das Land plagte, schuldig an der Seuche, die Menschen dahinraffte. Der Funke war da, Zorn und Haß lebten auf.

Eine schreckliche Zeit...

Von dieser Zeit an wurde Jagd auf die Weisen Frauen gemacht. In scheinheiligen Prozessen wurden sie verurteilt und getötet. Natürlich gab es auch in jener Zeit Magier, auch sie traf dieses Los. Denn sie waren "Hexenmeister" "vom Teufel besessen", auch sie fanden meist den Tod in den Flammen...

Hexenprozesse

Die Hexenprozesse erlangten traurige Berühmtheit. Sie zogen sich quer durch alle christlichen Länder. Die Hexen/meister wurden den Volk präsentiert wie ein Stück Vieh auf dem Markt. Ihre Schuld stand von vorneherein fest. Unter Anwendung von Folter gestanden viele Menschen mit dem Teufel im Bunde zu sein, sie mußten ihren Glauben an Gott bekennen und wurden dann "Um ihre Seele zu retten" auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Es gab aber auch "Prüfungen Gottes" bei denen die Angeklagten ihre Unschuld beweisen konnten... überlebten sie diese Prüfung, waren sie Hexen und wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine Art dieser Prüfung war, daß man die/den Angeklagte/n an einen Stein kettete und ihn in einen tiefen See warf. Konnte sich der Mensch irgendwie befreien und zur Oberfläche kommen bevor er ertrank, war er der Hexerei überführt. Starb er im Wasser, so hatte Gott seine Seele errettet....

Hexen heute

In vielen Teilen der Welt wird Magie ganz offen praktiziert, sie gehört zum alltäglichen Leben. In Teilen Afrikas, und überall da, wo die "Zivilisation" noch nicht so weit fortgeschritten ist.

In westlichen Gefilden ist es schwieriger... die Menschen sind vieler Orts intolerant und fürchten sich regelrecht vor Dingen, die sie nicht kennen oder begreifen.

Hexen und Druiden, Schamanen und Magier halten sich im Verborgenen sind gezwungen ihre Treffen mehr oder weniger im Geheimen zu haben. Die Gesellschaft nennt sie Satanisten, ob wohl ein Satan in ihrem Glauben nicht existiert, und sie mit jenen Gruppen nichts gemeinsam haben. Die Gesellschaft macht keinen Unterschied. Auch die Kirche wettert noch immer... so wie schon einmal... Doch es setzt ein Umdenken ein. Langsam. Vorsichtig. Immer mehr vorwiegend junge, aber auch ältere Menschen finden zum alten Weg zurück...

 

 

Samhain:            Allerheiligen: 1.Nebelung (November)

                            Samhain ist das keltische Totenfest, daß seine Entsprechung

                                          im christlichen Allerheiligen findet. Nach altem Brauch werden

                                          Feuer angezündet, Furcht einflößende Kostüme getragen

                                          und das Feuer angerufen. Es ist die Zeit der dunklen magischen Riten.

                                          An diesem Tag stirbt der Sonnengott und die Göttin übernimmt

                                          die alleinige Herrschaft über die Erde.

Jul:                     Wintersonnenwende: 21.Julmond (Dezember)

                            Zu Mittwinter wissen wir, daß die dunklen Tage gezählt sind, denn dies

                                          ist der dunkelste Tag von allen. Der Tag, in dessen Nacht der Sonnen-

                                          gott als kleines Kind wiedergeboren wird. Wir können uns darauf

                                          freuen, daß die Tage nun wieder länger werden.

                                          Um dies zu symbolisieren, zünden wir Feuer und viele Kerzen an.

                                          Nach diesem Tag erleben wir etwa 12 Rauhnächte in denen die

                                          verschiedenen Welten sehr durchlässig sind.

Imbolc:               Lichtmess: 1. Hornung (Februar)

                            An diesem Tag feiern die Hexen das Wiedererwachen des Lebens und

                                          das Zunehmen des Lichtes. Es war das freudige Fest der drei

                                          Brigitten, der dreifachen Göttin der Heilkunde, der Heilkräuter

                                          und des Schmiedens. Am 1. Hornung ist das neue Licht schon deutlich

                                          spürbar. Die Tage werden länger. Es ist, als ob das kleine Sonnengott-

                                          Kind laufen lernt. Wir zünden große weiße Kerzen an, um den

                                          Lichtwerdungsprozess zu unterstützen.

Ostara:                Frühlings-Tag- und Nachtgleiche:

                            21. Lenzing (März)

                             An diesem Tag ist ein wunderbarer Punkt im Jahreslauf erreicht.

                                            Die Tage sind genau gleich lang wie die Nächte. und dennoch werden

                                            die Tage immer länger. Der weite Weg vom tiefen Winter zum

                                            blühenden Frühling ist geschafft. Dementsprechend feiern wir dieses

                                            Fest mit allem was der Frühling zu bieten hat.

                                            Der Ostereierbrauch der Christen ist ein teil dieser alten Frühlings-

                                            tradition und soll Fruchtbarkeit bewirken.

                                            Der Sonnengott wächst unterdessen heran. An warmen Tagen spüren

                                            wir seine ganze Kraft.

Beltane:               Walpurgisnacht: 1.Wonnemond (Mai)   

                             Nun haben wir eins der wichtigsten der Hexenfeste erreicht.

                                            Der Sonnengott tritt seine Regierungszeit an, denn er ist zum

                                            vollen Mann geworden und er befruchtet Mutter Erde und

                                            verwandelt sie von der Jungfrau zur Mutter. Jetzt steht der Früh-

                                            ling in voller Blüte. Der Fruchtbarkeit sind keine Grenzen mehr

                                            gesetzt. Das Leben und die Erde strotzen nur so.

                                            Daher ist Beltane meistens mit sehr lustvollen Festen gefeiert

                                            worden. Große Feuer lodern über das ganze Land.

                                            Auch heute noch, in dieser christlichen Welt wird der 1. Wonnemond

                                            mit Feuer, Lustbarkeiten und dem Maibaum gefeiert.

                                            Hier konnten die alten heidnischen Bräuche nicht ausgerottet werden,

                                            weil in dieser saftigen Jahreszeit einfach zuviel eigene Kraft haben.

                           

Litha:                    Sommersonnenwende: 21. Brachet (Juni)

                              Die Sommersonnenwende ist einerseits ein Höhepunkt, andererseits

                                             ein Abschied. der Höhepunkt des Sonnenjahres- soviel Sonne

                                            auf einmal  gibt es nie. Ein Abschied von den längerwerdenden Tagen.

                                            Ab jetzt werde sie kürzer. Dennoch feiern wir an diesem Tag die volle

                                            Sommerfreude, mit allem was der Sommer zu bieten hat.

                                            Immerhin folgen diesem Tag noch die heißesten Tage des Jahres,

                                            der Hochsommer beginnt gerade.

Lugnasad:            1. Ernting (August)

                               Dieser Tag zeigt nun das allmähliche Ende des Hochsommers an.

                                             Wir können aber schon die ersten Ernten einbringen. Es wird auch

                                            vom Tod des Korngottes berichtet, der an diesem Tag stattfindet.

                                            Nun lebt nur noch der dunkle Gott, der noch bis Samhain durchhält.

                                            Wir freuen uns noch einmal gründlich an der Wärme des Sommers

                                            und bereiten uns innerlich auf den Abschied vor.

           

Mabon:                 Herbst-Tag- und Nachtgleiche:

                              21. Scheiding (September)

                                            Jetzt wird der Herbst allmählich sichtbar. Die Nächte sind schon

                                            genauso lang, wie die Tage.

                                            Es gilt Abschied zu nehmen vom Sommer. Jetzt ist er wirklich vorbei.

                                            Wir können eine reiche Ernte genießen und in vollen Zügen feiern.

                                            Dieses Ende des Sommers beschenkt uns mit all seinen Früchten.

                                           

 

Monatsnamen

 

"Einst hatten wir Namen für die zwölf Monde,

bei denen wir uns etwas denken konnte.

Sie bestanden nicht auf Papier und Blech,

Sie hatten Leben und Farbe, Blühten wie die

Blumen am Rhein und ragten wie die Eichbäume des Waldes.

Auf dem Boden unserer innersten Eigenart waren Sie gewachsen,

Sie flüsterten zu uns von verborgener Weisheit und rauschten

kostbare Geheimnisse".

Hermann Löns

 

Hartung / Januar           Zeit des gefrorenen Schnees. Kommt aus dem

                                                            Althochdeutschen und bedeutet viel oder sehr.

                                                            Dieses zeichnete den germanischen Winter auf

                                                            und darum gaben sie dem Monat den Namen.

                                                            Januar kommt von dem Lateinischen Janus,

                                                            einem römischen Gott.

 

Hornung / Februar           Zeit des "Horens", was sich paaren heißt.

 

Lenzing / März                 Das althochdeutsche Wort "Lenz" bedeutet

                                                              Frühlingsmonat. Seit dem 18. Jahrhundert

                                                              wurde durch Verdrängung, häufig in der Dichter-   

                                                              sprache kurz "Lenz" genannt. März kommt von

                                                              Mars, dem Kriegsgott der Römer.

 

Ostaramond / April              Ostara ist die germanische Göttin der Morgenröte

                                                              und des aufsteigenden Sonnenlichts. Die Auferstehung

                                                               der Natur (Ostern).

 

Wonnemond / Mai                Zeit der Freude und der Lust. Mai kommt aus dem Deutschen

                                                               und bedeutet "Jung".

 

Brachet / Juni                            Zeit des Umbrechens der Brache. Die Felder liegen brach.

 

Heuert / Juli                                Die Wiesen werden gemäht, es ist Heuernte. "Heu" von

                                                                abgemähten Gras. Nach der Kalenderreform durch

                                                                Gaius Julius Caesar, die das Jahr fortan mit dem 01.01

                                                                beginnen ließ, wurde ihm zu Ehren der Monat in "Julius"

                                                                umbenannt.

 

Ernting / August                    Die Getreideernte wird eingebracht. August kommt

                                                               von dem Römischen Kaiser Augustus.

 

Scheiding / September    Der Sommer scheidet von uns. Die Obsternte fängt an.

 

Gilbhart / Oktober                "Gilb" kommt von Gelb. "Hart" kommt von viel.

                                                                Herbstmonat, Monat des Erntedankes.

 

Nebelung / November        Der Monat der nebliges windiges Wetter bringt.

 

Julmond / Dezember            Kurz "Jul" genannt. Zeit des Julfestes und der

                                                                  zwölf Weihe- oder Rauhnächte. Das Julfest war

                                                                 das größte Fest unserer Vorfahren.

                                                                  Die Arbeit ruhte so lange, bis die Sonne zu neuem

                                                                  Lauf wieder aufstieg. Fest der Wintersonnenwende.

 

Mondnamen

 

Es muß jedem deutsch gesinnten Menschen das Herz bedrücken, blickt er sich in der Heimstatt seines Volkes um, deren Wände behängt sind mit fremden Tand und ausländischer Zier. Wie bei einem Emporkömmlinge, der aus dem Nichts entstand, keine Familienerinnerungen und keine Erbtümer seines Geschlechtes besitzt, sieht es im deutschen Volke aus: von Rom und Athen, Jerusalem und Paris und wer weiß wo noch her ließen wir uns den geistigen Hausrat und Wandschmuck aufschwatzen und sind womöglich noch stolz auf unsere charakterlose Volksvergessenheit, auf die wir stoßen, wohin unsere Augen treffen: in Sprache, Sitte, Kleidung, in Hausbau und Kunst, in Münzwesen, Maß und Gewicht, in Heer und Flotte, in Schrifttum, Schaubühne und Schule. Ein Zufall ist es gewesen, daß wir einige Reste unserer alten Dichtkunst behielten; sonst hätten wir allen Zusammenhang mit den Zeiten verloren, in denen Wir noch Wir Selbst waren, noch nicht verwelscht und verrömert.

 

Gründliche Arbeit haben der Franke Karl „der Große“ und sein Sohn Louis der Schlappe bei uns gemacht, so gründliche, daß in zwei dünnen Bänden alles enthalten ist, was einst unsere Barden sangen, und wäre das Gedächtnis des Volkes nicht haltbarer als Pergament und Papier, dann ständen wir da und dächten fremde Märchen und sängen Lieder, von denen unser Herz nichts weiß. Die Feuerstatt des Bauernhauses, die Spinnstube und der Dorfkrug sind es gewesen, wo, als Welschtum und römisches Wesen unser Eigenleben zerwalzten, unseres Geistes ursprüngliche Art noch so viel Hege und Pflege fand, daß sie nicht völlig unter ausländischen Gartenblumen und eingeschlepptem Unkraute erstickte; aber wieviel von ihr rettungslos zugrunde ging, das können wir nur ahnen, wenn wir die Folklore der germanischen Nordländer zur Hand nehmen.

 

Wir sind arm geworden, daß wir es gar nicht mehr merken. So benennen wir seit Jahrhunderten die Teile des Jahres derart, wie es der römische Glatzkopf tat, dieses leuchtende Beispiel für alle nüchternen Erfolganbeter. Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember: diese Bezeichnungen, klanglos und unbegrifflich für unser Ohr, gebrauchen wir Tag für Tag und denken uns nichts dabei, weil wir eben dabei nichts denken können; denn, unglaublich aber wahr, der Deutsche denkt trotz tausendjähriger humanistischer Verrenkung in seiner verstockten Hartnäckigkeit doch noch immer deutsch und nicht lateinisch!

 

Einst hatten wir Namen für die zwölf Monde, bei denen wir uns etwas denken konnten. Sie bestanden nicht aus Papier und Blech: sie hatten Leben und Farbe, blühten wie Blumen am Rain und ragten wie die Eichbäume des Waldes. Auf dem Boden unserer innersten Eigenart waren sie gewachsen; sie flüsterten uns zu von verborgener Weisheit und rauschten kostbare Geheimnisse. Mit dem herben Hartung begann das Jahr; er erzeugte den milderen Hornung; diesem entsproß der ahnungsvolle Lenz, der zum Eiszerbrechenden Ostermonde hinführte; der bunte Wonnemond löste ihn ab, die Zeit der Blumen und der jungen Liebe, nach dem der lachende Brachet in das Land zog, um Kraft zu sammeln für den Heuet und Ernting, in denen das Gras fiel und das Korn sich der Sichel beugte. Der Scheiding, der Meiding, trennte den Sommer vom Herbst, der mit dem fröhlichen Weinmonde begann und im mürrischen Gilbhart, dem brummigen Nebelung, Laubriß und Nachtfrost brachte, bis im Julmond, dem Weihemond, die stille Zeit kam, da die Arbeit ruhte im Weißverschneiten Land. Sind das nicht Namen, die wie Buchenlaub flüstern und wie Eichbaumkronen? Um die es summt und knistert wie Bienengesumme und Faltergeflatter? Die Farbe und Gestalt haben, wie Blumen am Rain und Blüten im Felde? Gesichter mit redenden Augen, wie Menschen unserer Art? Hunderttausend Male mehr sind sie wert, als die römischen Einfuhrwaren aus Dünngewalztem Blech, die wir dankbar und bescheiden hinnahmen, als wir sie in welscher Strohpapierverpackung ins Haus geschickt bekamen, und die nicht mehr wert sind als leere Einmachbüchsen.

 

Darum ist es Zeit, daß wir sie auch wie solche behandeln und dahin schaffen, wo sie hingehören: auf den Abladeplatz für Kehricht und Zivilisationsschutt! Lange genug hat es uns vor den Füßen herumgelegen, hat es uns mit seiner Nichtsnutzigkeit und Hohlheit geärgert, dieses alte Blechgerümpel; nun, wir sind es gründlich satt! Wir wollen gar nichts dafür haben; wir sind froh, wenn wir ihn los sind, von Herzen froh.

 

Dann aber wollen wir auf die Upkammer steigen, wo allerhand Urväterhausrat liegt, wenn auch das Beste schon von Trödlern und Sammlern aufgekauft wurde, und zusehen, ob wir die alten Gezeitennamen noch finden. Etwas blind und verstaubt werden sie ja wohl sein; aber das schadet nichts; dafür gibt es heißes Wasser und Zinnkraut, und haben wir sie erst wieder eine Weile in Gebrauch genommen, dann wird man sehen, wie schön und echt und kostbar sie sind, wie sie leuchten und blitzen und funkeln, und wir werden uns an ihnen freuen und froh sein, daß sie an denselben Wänden prunken, wo einst das lateinische Blech prahlte.

 

Hartung

Hornung

Lenzing

Ostaramond

Wonnemond

Brachmond

Heumond

Ernting

Scheiding

Gilbhart

Nebelung

Julmond

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember

 

 

   

Heilige Bäume und Pflanzen

 

In allen Kulturen kannte man heilige Bäume.

Welche Bäume als heilig angesehen wurden, hing von der

geografischen Lage ab.

Die Vorstellung, daß das Berühren von Holz Glück bringt,

geht auf den uralten Glauben an eine Zwiesprache

mit Baumgeistern zurück.

Keltischer Monat

 Baum

Zeitraum

Beth Birke  24.Julmond bis 20.Hartung
Luis   Eberesche 21.Hartung bis 17.Hornung
Nuin Esche  18.Hornung bis 17. Lenzing
Fearn Erle 18.Lenzing bis 14.Ostermond
Saille  Weide 15.Ostermond bis 12.Wonnemond
Uath Weißdorn 13.Wonnemond bis Brachet
Duir Eiche 10.Brachet bis 7.Heuert
Tinne Stechpalme 8.Heuert bis 4.Ernting
Coll Haselnuss 5.Ernting bis 1.Scheiding
Muin Wilder Wein 2.Scheiding bis 29.Scheiding
Gort Efeu 30.Scheiding bis 27.Gilbhart
Ngetal Riedgras 28.Gilbhart bis 24.Nebelung
Ruis Holunder 25.Nebelung bis 22.Julmond

Der 23.Julmond ist keinem Baum zugeordnet,

er dient zum Ausgleich des zusätzlichen Tages in einem Schaltjahr.

Die Geschichte von Halloween

Halloween ist einer der ältesten Festtage die auf der Erde gefeiert werden und hat damit eine lange Geschichte zu erzählen die wir euch hier

etwas näher bringen möchten:

Vor über 5000 Jahren endete das Jahr bei den heidnischen Kelten am 31. Oktober. Dieser Tag nannte sich Samhain.
Der Sommer war nun zu Ende und die Dunkle Jahreszeit begann.
Der Tag war gekommen, an dem die Toten Seelen derer, die im letzten Jahr gestorben waren, an den Ort ihres früheren Lebens zurückkehren konnten.
 

Der Glaube, dass Geister das Feuer fürchten, war zur damaligen Zeit weit verbreitet und so zündete man am Vorabend von Samhain auf den Hügeln Getreideopfer an, um den Winter zu begrüßen und die Seelen der Geister, Hexen und Dämonen abzuschrecken.
 

Die Familien saßen wieder zusammen, da die Landwirtschaft zu Ende war und man vertrieb sich die Zeit mit allerlei Orakel. Bis heute hat beispielsweise der Brauch überlebt, einen Ring in einen gebackenen Kuchen zu verstecken, um denjenigen der Ihn erwischt eine Heirat nahe zu legen. Damals wie Heute wurde dabei bestimmt auch ein bisschen nachgeholfen.
 

HalloweenDie Toten sollten nicht mit den Lebenden zusammen treffen, also wurden vor den Häusern Speisen und Getränke für die Besucher aus der anderen Welt aufgestellt, um die Toten zu ehren und sie zu besänftigen, damit sie keine Schäden am Haus und den Bewohnern anrichten. Später wurden Gesichter und Fratzen in Rüben geschnitten, um den Geistern glauben zu machen, dass in diesem Haus bereits eine verdammte Seele wohnte.
 

Dann ging man früh zu Bett, um das Haus den gruseligen Besuchern zu überlassen. Und wer ein Geräusch hörte, ging dem besser nicht nach, denn nicht allzu selten waren Neugierige ganz einfach in den anderen Welten verschwunden. Verschwunden nicht deshalb, weil sie den Toten zum Opfer gefallen waren, sondern weil sie, begünstigt durch die Nähe der Verstorbenen, im brüchigen Zeitengefüge auf der falschen Seite gelandet waren ...
 

Um das Jahr 800 versuchte dann die katholische Kirche das heidnische Fest mit ihrem eigenen Hauptfest, Allerheiligen, zu überlagern. Bei diesem Fest wird den verstorbenen vom Mai bis November gedacht. Im englischen heißt Allerheiligen „All Hollow´s Eve“. Das katholische Fest konnte aber nicht mit den satanistisch anmutenden heidnischen Brauch konkurrieren. Die Satanisten haben den Namen „all All Hollow´s Eve“ gestohlen und kürzten ihn dann Gesellschaftsfähig zu „Halloween“
 

Heute verkleiden sich Kinder ohne jeden spirituellen Hintergrund als Geister oder andere Schauergestalten und ziehen von Haus zu Haus um eine Gabe zu erbitten. Andernfalls wird das Haus heimgesucht, ganz wie vor 5000 Jahren es die Geister taten. Und wer weiss, unter welchen Kostüm sich nicht doch ein wahrer Geist versteckt...

Walpurgisnacht - Maifest

Vornehmlich in der Nacht zum 1. Mai versammeln sich die Hexen zu ihrem Hexensabbat. Auch Wonnetag / Hohe Maien/ Maiabend / Maifest genannt. Termin: 2. Vollmond nach Ostara; in der Gesellschaft sind jedoch 30. Ostaramond und 1. Wonnemond verankert. Das Fest hat viel Ähnlichkeit mit blota i moti sumri und die beiden Feste werden oft vertauscht. Wie viele Nachforschungen von mir ergeben haben bezeichnen manche den 1. Mai und andere den 11. Mai als "Hohe Maien". Meiner Meinung nach ist der 11. Mai das echte Hohe Maien Fest.

Bevorzugt auf Besen, auch auf Ziegenböcken, Gänseküken oder Kutschen, die von vier Enten gezogen werden, fliegen sie zu ihren Versammlungsorten, deren bekanntester der Blocksberg (Brocken) im Harz ist. 

Wo der Aberglaube schießt, werden in dieser Nacht Rituale zur Vertreibung der Hexen vollzogen. Für wirksam gelten Lärmen mit Stahlgerät, Geläut von Glocken und die Verbrennung von Strohpuppen.

Wer hingegen die Hexen beim Auszug beobachten möchte, der muß um das Dorf eine Furche ziehen. Unter den Pflug kauere man sich und harre der Dunkelheit. Die zu ihrem Tanzplatz reisenden Hexen erscheinen dem Beobachter dann wie eingangs beschrieben (Kuhn u. Schwartz 1983, S. 378).

Walpurgis war eine Frühlingsgöttin, deren Heilige Hochzeit in weiten Gebieten Deutschlands mit ausgelassenen Festen gefeiert wurde. Im Nordharz geht der Glaube, die Hexen tanzten in dieser besonderen Nacht den Schnee endgültig weg, so daß endlich Frühling werden kann. In Sachsenburg, Unseburg und Wernigerode wird angenommen, daß die Hexen am zwölften Tage wiederkehrten, um zu sehen, daß der Schnee wirklich verschwunden ist. Statt ihrer und dem Teufel ist auch vom großen Riesen und den kleinen Zwergen die Rede (Kuhn u. Schwartz 1983, S. 376).

Die christliche Mission machte aus Walpurgis die heilige Walburga, die im 8. Jahrhundert als Äbtissin dem Doppelkloster von Heidenheim vorstand. Hier lebten Männer und Frauen in Kultgemeinschaft und führten christlich verbrämt alte heidnische Kulte fort.
 

Das Fest der Walburga wurde im Heiligenkalender auf den 25. Februar, dem Tag der Überführung ihrer Gebeine in das Kloster Eichstätt. Offensichtlich sollten Walburga und die Feste der Maikönigin zeitlich getrennt werden, um den Faden zu den heidnischen Wurzeln abzuschneiden.

Das ist aber nicht recht gelungen, denn Walpurgisnacht und Maifeiern sind nach wie vor nicht nur bei Hexen beliebt und volkstümlich.

blota i moti sumri - Hohe Maien

11. Mai. Zur 2. Vollmond nach Ostara wurde Hohe Maien 12 Tage lang gefeiert. Dem genauen Termin gehen die 9 Walpurgisnächte voraus, die ihren Namen von den heiligen Wallburgen haben zu denen gewandert wurde, um dort die heiligen Feuer zu entfachen und zu feiern. 

Hier wird die Vereinigung Odins mit der Erdgöttin Frigg gefeiert, durch diesen Akt beginnt es überall zu Grünen und zu Blühen. Diesem Fruchtbarkeitsfest, dichtete die Kirche mit dem Hexenfest Walpurgis riesige Orgien auf dem Blocksberg an. Junge Paare wälzten sich nackt im Tau auf der Wiese, um die Fruchtbarkeit der Natur auf sich zu übertragen. Real fanden zwar "Jungfernversteigerungen" statt, bei der sich die Burschen ihre Braut ersteigern konnten, doch dies war für die Mädchen freiwillig! Mit der "ersteigerten" Braut konnten sie dann 1 Jahr auf Probe für die spätere Heirat zusammenleben. bei diesem Brauch wird auch die Birke als Maibaum zum Zeichen der Liebe der Braut vor das Fenster gepflanzt. Den Grund für die angenommenen Orgien, bildet der Brauch der Paare sich anschließend nackt im Tau der Wiesen zu baden, um so die Fruchtbarkeit der Natur auf sich zu übertragen. Außerdem wird gemeinsam der Maibaum, auch als Queste bekannt, neu geschmückt und aufgestellt. Dieser Brauch, auf Pfingsten verschoben, ist noch immer in Questenberg im Harz lebendig.

Germanische Eigennamen

(Quelle: Weltenesche ISBN 3-927940-54-2)

 

A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Y Z

 

©2007 Harzhexe